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Sehr geehrte AWEPA-Mitglieder,
Liebe Leser_innen unseres Newsletters!


Es war leider keine große Überraschung, dass der neue US-Präsident die Global Gag Rule wieder in Kraft gesetzt hat, nachdem sie unter Barak Obama keine Wirkung hatte. Die auch als Mexico City bekannte Politik unterbindet jede finanzielle Unterstützung von internationalen NGOs durch die USA, die sich auch nur im entfernten Sinn mit dem Schwangerschaftsabbruch beschäftigen. Informationen über Abtreibung, Verweise zu Einrichtungen, die den Abbruch auch in Ländern vornehmen, in denen der Abbruch legal ist, selbst mögliche Komplikationen bei unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen reichen aus, um alle Tätigkeiten dieser Organisation nicht weiter zu finanzieren. Marie Stopes International rechneten für die Jahre 2017-2020 mit enormen Folgen: 6,5 Millionen mehr ungewollte Schwangerschaften, 2,2 Millionen mehr Abbrüche, 2,1 Millionen mehr unsichere Abbrüche und 21.700 mehr Opfer der Müttersterblichkeit.
 
Glücklicherweise schaut die internationale Gemeinschaft nicht tatenlos zu: Die niederländische Entwicklungsministerin Lilianne Ploumen mobilisiert über die Kampagne She decides Mittel, um die Finanzierungslücke zu füllen. Die österreichische parlamentarische Gruppe für reproduktive und sexuelle Gesundheit und Rechte hat Außenminister Kurz in einem Brief aufgefordert, die Kampagne ideell und materiell zu unterstützen.  Abgeordnete der SPÖ, der Grünen, der ÖVP und der Neos haben einen Brief an Sebastian Kurz mit diesem Anliegen unterzeichnet. Wir hoffen, dass Österreich sich angemessen beteiligen wird!


Mit besten Grüßen,

Abg.z.NR Petra Bayr, MA
Vorsitzende der AWEPA Sektion Österreich
 
Inhalt Newsletter Nr.65/2017
Beiträge

Peggy Mwanza "The State of Girl-Child’s Education in Zambia"
 
Rambla & Langthaler "Die SDGs und inklusive Bildung für alle"
 
Kind & Al-Zubaidi "Demokratie stärken heißt, Vertrauen in das System aufzubauen"
 
Ursula Maurič "Global Citizenship Education als Chance für die Lehrer_innenbildung"
 
AWEPA Österreich

FAIRTRADE Ausstellung im Parlament
 
AWEPA International

Regionale Konferenz zu weiblicher Genitalverstümmelung
 
Hinweise und Veranstaltungen

Fachtagung Globales Lernen
 
Afrokultur – Wissen und Geschichte aus schwarzer feministischer Perspektive
 
SDG Gender Protocol Barometer 2016
 
17 Ziele für eine bessere Welt
 
Wenn unser Leben keinen Wert hat, dann streiken wir!
 
Beiträge

Peggy Mwanza "The State of Girl-Child’s Education in Zambia"
 
Im Artikel wird die Bedeutung der Bildung im Allgemeinen und der Bildung von Mädchen im Speziellen im Hinblick auf Geschlechterungleichheit und soziale Ungleichheit, mit regionalem Fokus auf das Chongwe District, ein rurales Gebiet in Zambia, erörtert. Auf unzähligen internationalen Konferenzen wird die Bildung von Mädchen für das Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit im Bereich der Bildung und von „Education for All“ in Primär- und Sekundärschulen empfohlen. In Zambia, einem Land mit vielen ökonomischen und sozialen Herausforderungen, wäre die Bildung von Mädchen ein sehr wichtiger Schritt.

Peggy Mwanza "The State of Girl-Child’s Education in Zambia: The Case of Chongwe District", University of Zambia.
 
Sambia ist dem Aufruf der UNESCO an seine Mitgliedsländer gefolgt, die Fortschritte seit 2000 im Hinblick auf „Education for All“ zu messen und hat anlässlich des World Education Forums den Zambia National Review 2015 veröffentlicht. Von Mitte bis Ende der 90er war in Sambia eine Stagnation der Einschulungsraten zu verzeichnen. Im Jahr 2000 konnten deutliche Fortschritte erzielt werden, da 1,2 Millionen mehr Kinder eingeschult werden konnten. Die nächste Herausforderung ist die Verbesserung des Stellenwerts und der Qualität der Schulbildung.
 
Rambla & Langthaler "Die SDGs und inklusive Bildung für alle"
 
Bezugnehmend auf die nachhaltigen Entwicklungsziele befasst sich diese Publikation mit inklusiver, lebenslanger und qualitativer Bildung und enthält vier Leitlinien für internationale Geber und Regierungen. Eine Synergienbildung zwischen Initiativen zum Ausgleich sozialer Ungleichheit und Maßnahmen für Menschen mit speziellen Bedürfnissen eröffnet viele neue Möglichkeiten. Als Länderbeispiele wurden zwei Länder mit mittlerem (Albanien, Moldawien) und zwei mit niedrigem Einkommen (Äthiopien, Burkina Faso) ausgewählt. In allen vier Ländern sind Kinder und Jugendliche von starken Benachteiligungen aufgrund von sozialer Ungleichheit betroffen. Die Ursachen für die soziale Unterprivilegierung sind der sozioökonomische Status der Eltern, Ethnizität, Behinderung oder geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung. Mangelnde institutionelle Kapazitäten wurden ebenso als wichtige Faktoren identifiziert.

Xavier Rambla & MargaritaLangthaler "The SDGs and inclusive education for all. From special education to addressing social inequalities." ÖFSE Briefing Paper 14, Wien 2016. 
 
Kind & Al-Zubaidi "Demokratie stärken heißt, Vertrauen in das System aufzubauen"
 
Thuli Madonsela steht wie keine andere für die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze in Südafrika. Als "Public Protector" deckte sie wiederholt Machtmissbrauch der politischen Elite auf und erhielt dafür 2016 den Deutschen Afrika-Preis. In diesem Interview mit der Heinrich-Böll-Stiftung geht sie auf ihre Aufgaben und die Situation in Südafrika ein.
 
Im Zusammenhang mit dem Machtmissbrauch des amtierenden Präsidenten steht auch die Forderung nach einem/einer feministischen Präsidenten_in. Südafrika befindet sich im Wahlkampf und erfreulicherweise sind die Hälfte der Kandidat_innen des African National Congress (ANC) Frauen. “Twenty years after the adoption of our Constitution, women’s rights is the single most important unfinished business in SA,” konstatiert Lowe-Morna, die Geschäftsführerin von Gender Links. Südafrika werde die SDGs bis 2030 nicht erreichen, wenn nicht die Frauenrechte ins Zentrum des Handelns gestellt werden.
 
Der Wettlauf um die ANC Führer_innenschaft und die Präsidentschaft Südafrikas hat begonnen. Wird Südafrika mit Nkosozana Dlamini-Zuma, (bis vor kurzem) Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, zum ersten Mal eine Frau das Präsidentenamt antreten? Oder wird der stellvertretende Präsident Cyril Ramaphosa endlich seine Chance bekommen?
 
Ursula Maurič "Global Citizenship Education als Chance für die Lehrer_innenbildung"
 
Die Krise unseres Bildungssystems wird seit langem und von vielen Seiten konstatiert. Sie geht einher mit einschneidenden Entwicklungen in unserer globalisierten Welt und lässt sich nicht mehr in nationale Grenzen weisen. Ursula Mauric, seit 2012 Mitarbeiterin der Pädagogischen Hochschule Wien, analysiert in ihrer Masterarbeit für den Universitätslehrgang Global Citizenship Education die Potenziale, Ressourcen aber auch Hemmnisse für die Integration dieses Bildungsanliegens in die Lehrer_innenbildung.

Ursula Maurič "Global Citizenship Education als Chance für die Lehrer_innenbildung. Bestehende Praxis, Potenzial und Perspektiven am Beispiel der Pädagogischen Hochschule Wien".
 
AWEPA Österreich

FAIRTRADE Ausstellung im Parlament
 
Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausstellung am Donnerstag, 30. März 2017 steht das Nachhaltige Entwicklungsziel 4 “Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern”. FAIRTRADE Initiativen leisten in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Beitrag, denn der Faire Handel eröffnet Bildungschancen im Süden und unterstützt Globale Bildung im Norden.

Um 08.30 Uhr wird die Ausstellung mit einem fairen Frühstück durch die Präsidentin des Nationalrates, Doris Bures, eröffnet.

Um 12.30 und 13.30 Uhr finden zwei 15-minütige Inputs zu den Inhalten der Pinnwand Ausstellung statt.

Die Verkostung und der Verkauf fair gehandelter Produkte findet bis 15.00 Uhr statt.
 
AWEPA International

Regionale Konferenz zu weiblicher Genitalverstümmelung
 
Von 21. bis 22. Februar 2017 hat AWEPA in Zusammenarbeit mit der Kenia Women Parliamentary Association (KEWOPA) und Plan International Kenia eine regionale parlamentarische Konferenz zum Thema Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/Cutting FGM/C) in Nairobi abgehalten. Thema der Konferenz war u.a. der Wert von Bildung und Lernen in Bezug auf das Thema "Jugend, Älteste, Regierung, Frauen und Gesetzgeber als Hüter_innen der positiven Kultur für unsere Mädchen und Frauen".

Nähere Informationen auf der AWEPA Website
 
Hinweise und Veranstaltungen

Fachtagung Globales Lernen
 
Die Vorstellung einer homogenen Gesellschaft, in der Menschen ungebrochene Identitäten haben, ist nicht mehr aufrecht zu halten. Die Veränderungen hin zu einer pluralistischen Gesellschaft sind widersprüchlich, konflikthaft und provozieren häufig Abwehr. Wenn Politik, Ökonomie und Kultur ins Wanken geraten, kann laut Isolde Charim ein „populistischer Moment“ entstehen. Demokratie und  offene Gesellschaft geraten unter Druck, Vielfalt wird zu einem Feindbild.

Wann: Mittwoch, 15. März 2017, 14.00 bis 18.30 Uhr
Wo: Pädagogische Hochschule Wien, Grenzackerstraße 18, 1100

Nähere Informationen auf der Homepage von Globales Lernen

 
Afrokultur – Wissen und Geschichte aus schwarzer feministischer Perspektive
 
Schwarzes Wissen wird in der "weißen" Mehrheitsgesellschaft meist als nicht wissenswert verhandelt. Und Menschen afrikanischer Herkunft kommen in der vorherrschenden Geschichtsschreibung vorwiegend als fremddefinierte Objekte vor. Dem versucht Natasha A. Kelly in „Afrokultur“ entgegenzuwirken, indem sie über die Biographien von W.E.B. Du Bois, Audre Lorde und May Ayim Schwarze deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft in einen globalen Zusammenhang bringt. Das Wissen um "schwarze Geschichte(n)" macht – so Natasha A. Kelly – Handlungsempfehlungen möglich, die in Wissenschaft und Gesellschaft Anwendung finden und so die strukturelle Ungleichheit zu überwinden helfen.

Die Podiumsdiskussion findet anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März statt.

Wann: Donnerstag, 16. März 2017, 18.30 Uhr
Wo: C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner Saal, Sensengasse 3, 1090

Nähere Informationen auf der Homepage der Frauensolidarität
 
SDG Gender Protocol Barometer 2016
 
Das Barometer umfasst 15 Länder, deren Fortschritt in Bezug auf die im SADC Gender Protocol festgesetzten Ziele, überprüft wird. 2011 wurde der Southern Africa Gender and Development Index (SGDI) eingeführt, der sich aus empirischen Daten zu 23 Indikatoren zusammensetzt. Dieser Index wird durch den „Citizen Score” erweitert, der den Bürger_innen die Möglichkeit bietet, ihre Regierungen zur Rechenschaft zu ziehen.

Im 2016 Barometer wurde empfohlen, weitere Indikatoren aus den 56 Gender Indikatoren der SDGs hinzu zu fügen, um die „Action and Results Agenda 2030“ auf zu werten. Das 2016 Barometer enthält zum ersten Mal einen „Gender Attitude Survey“ für das südliche Afrika und macht deutlich, dass Politikstrategien, Gesetze und Budgets allein nicht ausreichend sind. Nachhaltige Entwicklung erfordert die Veränderung von Verhaltensweisen in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit.

Zusammenfassung des Berichts der Southern Africa Gender Protocol Alliance
 
17 Ziele für eine bessere Welt
 
In der Broschüre werden die globalen Aspekte aber auch die Herausforderungen für Österreich beschrieben, die in den 17 Zielen der Vereinten Nationen angesprochen werden. Beispiele und Diskussionsfragen führen durch die einzelnen Ziele. Zusätzlich finden sich hilfreiche Links zu Unterrichtsmaterialien und weiterführenden Informationen.
 
Die Broschüre kann bei Baobab bestellt werden oder nach telefonischer Anmeldung im Büro der AG Globale Verantwortung abgeholt werden. Die Broschüre gibt es auch als Download.
 
Wenn unser Leben keinen Wert hat, dann streiken wir!
 
Nach den Mobilisierungen und den Streiks von Frauen im vergangenen Jahr, nach ihrer riesigen Beteiligung während der Angelobung Trump‘s in den USA und weit darüber hinaus finden jetzt in vielen Ländern auf der ganzen Welt Versammlungen statt, um den 8. März zu einem großen Streiktag zu machen. Von Polen bis Argentinien, von der Türkei bis Italien entsteht gerade eine weltweite Bewegung von Frauen. In mehr als zwanzig Ländern werden am 8. März Frauen die Straßen erobern und streiken, um für einen Tag Produktion und Reproduktion zu unterbrechen.
 
Herausgeber und Medieninhaber:
VIDC – Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation
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Redaktion: Ingrid Pranger

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Dieses Dokument wurde mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit (OEZA) und des Landes Oberösterreich erstellt. Die darin vertretenen Standpunkte geben die Ansichten der Redakteur_innen und Autor_innen wieder und stellen somit nicht die offizielle Meinung der OEZA, des Landes Oberösterreich sowie des VIDC dar.